6. Etappe: von Kamienna Gora nach Walbrzych

Erstellt am Samstag, 07. Juni 2014
Geschrieben von Katharina Wegelt

 

Ach, was haben wir uns auf diese Tour gefreut. Denn sie führt in unsere Partnerstadt Walbrzych, wo wir schon sehnsüchtig erwartet werden. Es ist eine ziemlich heftige Tour, zumal es wieder sehr heiß ist. Aber sie ist hübsch und abwechslungsreich und auch wieder sehr gut ausgeschildert. Ich habe nun gleich wieder viele Anregungen für die gemeinsamen Wanderwochenende mit Bürgern aus Freiberg und Walbrzych.

Länge: 26 km, Aufstieg: 745 m, Abstieg: 774 m
Max. Höhe: 848 m, Min. Höhe: 415 m

Wanderkarte: Sudety Srodkowe, Galileos, ISBN 978-83-7868-074-1

Nach unseren wunderbaren Unterkünften bisher kann das Hotel Krokuz nicht mithalten. Der junge Mann an der Rezeption ist zwar freundlich, aber von herzlich - wie wir es gewohnt sind von den vergangenen Tagen - weit entfernt. Das Frühstück gibt es im Nachbarhaus - sehr gehobene Einrichtung (weiß bezogenen Stühle etc) und aufmerksames Personal, aber das Frühstück ist gelinde gesagt, einfach nur zum Stehenlassen.

Ich hole mir noch rasch meinen EB-Stempel, das hatte ich am Vorabend verpasst, obwohl wir direkt am Hotel Karkonosze vorbeigelaufen sind. Und dann geht es los - hinaus aus Kamienna Gora - und dann noch 3,5 km Straße, teilweise Schnellstraße, bevor wir wieder Wanderwege unter die Füße bekommen. Es dauert, bis meine Laune wieder auf "Urlaub" steht.

Kurz nach Kamienna Gora gibt es einen letzten Blick aufs Riesengebirge - dann ist er vorwärts gerichtet über den 711 m hohen Hausberg von Gorce (Mnisze) und der heugtien Herausforderung, den Chelmiec (851 m).

Es geht über selten begangene, einsame Waldwege, durch Borowno (wo jeder Einwohner mind. 2 Hunde hat und mir scheint, dass hier sogar die Wolken Hunde-Formen annehmen) ins weite Tal bei Czarny Bór. In der Ortschaft gibt es für uns ein Eis gegen die Hitze, laut Karte ist sie auch gleich zuende. Wir entdecken auf einem Feuerwehrturm wieder Störche, die Jungtiere werden gerade gefüttert. Das hatte ich lange nicht mehr beobachten können.

Doch der Ort hört nicht auf. Dort, wo sicher noch vor wenigen Jahren ein beschaulicher Feldweg war, ist jetzt fetter Asphalt. Eine neue Eigenheimsiedlung zieht sich hinauf bis fast an den Waldrand. Dort gibt es einen hübschen Blick zurück, auch das Riesengebirge lugt noch ein ganzes bisschen hervor. Über den Bergrücken des Baracza halten wir auf Gorce zu, erst durch den Wald, dann folgt eine Wiese. geschickt gelöst sind hier die Markierungen ... :-). An einem Betriebszaun glauben wir fast, den Weg doch verfehlt zu haben. Aber nein - eine blaues Wegzeichen folgt - auch durch Brennesselfelder - dem nächsten bis in den Ort hinein. Zeit für den täglichen Cappu. Juchu. Den gibt es in einem Restaurant an der Straße auf der Terrasse - obwohl die Belegschaft voll mit den Vorbereitungen für eine Hochzeit beschäftigt ist. Danke!

Und nun lacht sich Klärchen ins Fäustchen: Der Mnisze mit seinen 711 Metern gilt zum Warmmachen, dann gilt es Anlauf nehmen und hinauf auf geht es von der Südseite auf den 850 m hohen Vulkan Chełmiec (Hochwald). Zum Glück. Andersherum fragen wir uns, wie man mit seinem Rucksack den sehr steilen, geradlinigen Aufstieg über den rutschigen Schotter bewältigen soll - uns reicht schon die Schlitterpartie hinab!

Auf dem Chelmiec werden wir von unserer polnischen Freundin Ula begrüßt. Sie besteigt mit uns dort den Turm der Wiesa Widokowa und zeigt uns in der Ferne unsere nächsten Ziele, darunter die Hohe Eule.

Walbrzych selbst liegt uns zu Füßen. Wir staunen, wie das riesige Schloss (Zamek Ksiaz) im Wald fast verschwindet. Wir kennen es von den Besuchen in unserer Partnerstadt und sind eigentlich verwundert, dass es vom EB/E3 keinen Abstecher dorthin gibt.

Vom Chelmiec schlittern wir also hinab (ich mehr in Zeitlupe) nach Szczawno-Zdroj, wo es in der Tourist-Info wieder einen EB-Stempel gibt. Meine polnische Freundin erkundigt sich, ob dieser oft gefragt sei. Nein, kaum noch, ist Antwort. Es ist eben nicht jedermanns Sache, das Stempelsammeln. Ich finde es witzig - und kann anhand der Stempel auch ziemlich gut die Strecke rekonstruieren. Naja ...

Und nun genießen wir die volle Ladung polnischer Gastfreundschaft. Denn unsere Ula hört immer ganz genau hin und merkt sich, was wir lieben: Rote Beete, Ula-Bigos, Salate, Papa-Würste ... Auch Ulas erwachsener Sohn Maciek ist mit seiner Freundin im Begrüßungsteam sowie eine Lehrer-Kollegin von Ula. Ich hatte sie bereits in Freiberg kennengelernt. Auch sie ist Weitwanderin, geht aber in Polen gerade den "roten Weg" ...

 

Hotel Ula :-))

 

26.2 km, 08:46:38

 



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