Wanderführer Deutschland

Eifelsteig - vergleichende Rezension von drei Wanderführern

Erstellt am Sonntag, 22. März 2015
Geschrieben von Friedhelm Arning

Der Dumont-Verlag hat in seiner Reihe „Dumont aktiv“ bereits 2010 eine 2. aktualisierte und neu gestaltete Auflage seines Führers „Wandern auf dem  Eifelsteig“ von Manfred Böckling herausgebracht. 2013 ist die 2. aktualisierte Auflage des Rother-Wanderführers „Eifelsteig“  von Jürgen Plogmann erschienen. Das aktuellste Werk stammt aus dem Bruckmann-Verlag, trägt ebenfalls den Titel „Eifelsteig“ und ist 2014 erschienen.

Im Folgenden sollen alle drei Wanderführer kurz vorgestellt und dann miteinander verglichen werden.

I „Wandern auf dem Eifelsteig“

Das Buch ist drei größere Abschnitte geteilt:

Im 1. Abschnitt werden zunächst einige allgemeine Hinweise zu Wandersaison, Wegen und Markierungen, Wanderkarten, Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und der zentralen Homepage gegeben. Es folgen Kapitel zur besonderen Geologie der Eifel, ihrer Historie als immer wieder umkämpftes Gebiet im Herzen Europas, den  zahlreich am Weg zu findenden römischen Spuren und zur Einordnung des Eifelsteiges in das Netz der in dieser Region schon seit mehr als 1000 Jahren verlaufenden Pilgerwege.

Der 2. Abschnitt enthält die Beschreibung des eigentlichen Eifelsteiges in 22 Etappen von Aachen nach Trier.

Im 3. Abschnitt werden 10 weitere Touren beschrieben, die im Umfeld des Eifelsteiges an verschiedenen Stellen zusätzlich möglich sind.

Am Schluss des Buches befinden sich ein Ortsregister sowie eine Legende zu den im Buch abgedruckten Kartenausschnitten. Eine Übersichtskarte befindet sich auf der Umschlagseite.

 

Die Beschreibung der einzelnen Etappen folgt einem festen Muster: Durch eine Überschrift und einen kurzen Einstiegsabschnitt wird versucht, die jeweilige Etappen zu charakterisieren. Es folgt dann, abgesetzt und farblich unterlegt, „Die Wanderung in Kürze“

Hier werden Anspruch, Gehzeit und Länge angegeben, welche Wanderkarte erforderlich ist, welche Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten existieren und wie die An- und Abfahrten gestaltet werden können. Darüber hinaus gibt es, soweit erforderlich, besondere Hinweise, etwa über Öffnungszeiten zum am Weg liegenden besuchenswerten Monumenten, Museen etc. Es folgt dann eine sehr ausführliche Beschreibung des Wegverlaufes, in die bei Bedarf auch kurze historisch und kulturell interessante Informationen integriert sind. Zu jeder Etappe gehört ein entsprechender Kartenausschnitt, auf dem auch einzelne, jeweils nummerierte Punkte markiert sind, auf die in der ausführlichen Wegbeschreibung Bezug genommen wird. Jede   Etappenbeschreibung wird abgerundet durch ein Höhenprofil und zumeist ein passendes Foto mit Bildunterschrift.

Der Führer umfasst 168 Seiten.

II „Eifelsteig“ Rother-Wanderführer

Der Rother-Wanderführer ist in 4 Abschnitte gegliedert:

Ein 1. Abschnitt führt in den Gebrauch des Wanderführers ein, erklärt die Symbole und Abkürzungen und gibt eine Erläuterung zu den zur Wanderroute gehörigen GPS-Daten, die vom Verlag zum kostenlosen Download bereitgestellt werden.

Der 2. Abschnitt enthält touristische Informationen zum Eifelsteig selbst, zur Eifel als Wanderlandschaft, zu den Anforderungen, zu Kleidung und Ausrüstung, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten inkl. Preiskategorien sowie zur Anreise und inneren Verkehrserschließung mit Hinweisen, wo Fahrplaninformationen zu bekommen sind. Abgeschlossen wird das Kapitel durch Kartenhinweise und eine Auswahl von Literaturhinweise zu vertiefender Lektüre und Information.

Der 3. Abschnitt umfasst eine kleine Landeskunde der Eifel mit den Kapiteln Geschichte, Geografie, Geologie, Vulkanismus, Landschaft, Flora und Fauna sowie Wirtschaft und Verkehr.

Im 4. Abschnitt werden die einzelnen Etappen des Eifelsteiges – 15 an der Zahl – beschrieben. Die Beschreibung einer Etappe ist jeweils folgendermaßen aufgebaut:

In der Überschrift sind Ausgangspunkt, Zielort, Dauer und Distanz angegeben. Es folgen ein Motto und eine Kurzcharakteristik der Etappe. Ein Informationsblock konkretisiert die Anforderungen, weist auf die Verkehrsanbindungen von Ausgangs- und Endpunkt hin ebenso wie auf Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten. Zudem gibt es Hinweise, wo weitere touristische Informationen zu bekommen sind, und Tipps zu regelmäßigen lokalen Veranstaltungen, interessanten Besonderheiten etc. Es folgt die Beschreibung des Wegverlaufs. Zwischenziele sind fett gedruckt und jeweils mit einer Höhenangabe und der Gehzeit ab dem vorherigen Zwischenziel versehen. Eingestreut sind, mit einem „i“ gekennzeichnet und gelb hinterlegt, Informationen zu Sehenswürdigkeiten am Weg. Zu jeder Etappenbeschreibung gehören außerdem ein Kartenausschnitt und ein Höhenprofil.

Zwischen den einzelnen Etappenbeschreibungen sind „Porträts“ eingefügt, die detaillierter Informationen zu Städten wie etwa Aachen und Trier, kulturhistorischen oder anderen Besonderheiten bereit halten.

Am Anfang des Buches befindet sich eine Übersichtskarte über den gesamten Wegverlauf, am Ende ein Stichwortregister. Es umfasst 128 Seiten. 

III „Eifelsteig“ Bruckmanns Wanderführer

Der Wanderführer aus dem Bruckmannverlag enthält 2 Abschnitte, eine Einleitung und die Beschreibung der 15 Etappen.

Die Einleitung enthält Allgemeines zur Region, über den Weg, Unterkunftsmöglichkeiten, öffentliche Verkehrsverbindungen, Klima und Reisezeiten, einige weiterführende Interenetadressen etc. sowie eine Kurzbeschreibung der einzelnen Etappenziele.

Die Beschreibung der einzelnen Etappen ist jeweils folgendermaßen gegliedert:

In der Kopfzeile wird die Gehzeit angegeben sowie über Piktogramme darüber informiert, ob eine Anreise mit Bahn oder Bus möglich ist, der Weg kindergeeignet ist, eher im Schatten oder in  der Sonne verläuft oder ob Sehenswürdigkeiten am Weg zu erwarten sind (da alle Wege als eher schattig eingestuft werden und an jedem Weg Sehenswürdigkeiten vorhanden sind, sind diese Informationen nicht sonderlich hilfreich). Etappennummer und Gehzeitangabe sind farbig unterlegt, wobei die einzelnen Farben die jeweilige Tour als leicht, mittelschwer oder schwierig kennzeichnen sollen. Leider wird   nirgends erklärt, nach welchen Kriterien diese Einstufung erfolgt ist.

Der Überschrift folgt dann eine Kurzcharakteristik der Etappe. In einem grün unterlegten Feld werden dann die Höhenmeter im Auf- und Abstieg, die Gesamtdistanz, die Wegbeschaffenheit und der Ausgangspunkt der Etappe angegeben und ob unterwegs eine Einkehrmöglichkeit besteht und wie die Anfahrt zum Ausgangspunkt erfolgen kann.

Der Wegverlauf wird von Zwischenziel zu Zwischenziel mit der jeweiligen Gehzeit beschrieben. Die Zwischenziele werden nummeriert und ihre Nummern finden sich dann auch in dem zu jeder Etappenbeschreibung gehörigen Kartenausschnitt und Höhenprofil wieder. Manchmal sind in die Wegbeschreibung, grün hinterlegt, Tipps mit Hinweisen auf spezifische regionale Besonderheiten eingefügt.

Die Beschreibung der einzelnen Etappen wird eingerahmt durch einen Prolog über die Kaiserstadt Aachen und einen Epilog zur Porta Nigra in Trier und abgeschlossen durch ein Ortsregister.

Das Buch enthält in der vorderen Umschlagseite eine Übersichtskarte zu dem gesamten Weg und eine Erläuterung der verwendeten Piktogramme; in der hinteren Umschlagseite eine Liste der Sachinformationen zu den einzelnen Etappenbeschreibungen sowie eine Legende zu den Kartenausschnitten. Der Bruckmannverlag stellt ebenfalls die GPS-Daten zum Weg zum Herunterladen zur Verfügung. Der Wanderführer ist reich bebildert und umfasst 168 Seiten.

IV Vergleich der drei Wanderführer

Ein Vergleich von Wanderführern kann natürlich nicht alle Einzelheiten umfassen. Daher beschränkt er sich hier auf einige Aspekte, die aus der subjektiven Sicht des Rezensenten für Wanderinnen und Wanderer, die diese Führer benutzen wollen, von Bedeutung sein könnten.

Allgemeine Informationen:

Im Dumont-Führer werden im Wesentlichen geologische und spezifische historische bzw. kulturhistorische Informationen gegeben. Unmittelbar auf das Wandern und den Weg bezogene Informationen sind nur sehr knapp. Im Rother-Führer nimmt dieser Bereich einen  breiteren Raum ein, während ansonsten noch eine kurze, sehr kursorische Landeskunde angeboten wird; historische und Kulturhistorische Informationen finden sich keine. Der Bruckmann-Führer liefert einige recht allgemein gehaltene wanderspezifische Informationen und zur Region, sowie eine Kurzbeschreibung der Etappenzielorte.

Wegbeschaffenheit und Anforderungen:

Der Dumont-Führer teilt die Anforderungen in 3 Kategorien ein: Einfach (+), mittelschwer (++)  und anspruchsvoll (+++). Leider gibt es keinen Hinweis, nach welchen Kriterien diese Einteilung erfolgt. Ergänzt werden diese Angaben durch eine kurze Wegcharakteristik. Im Rotherführer gibt es nur eine kurze Beschreibung der Anforderungen. Die Anforderungsbeschreibungen beider Führer unterscheiden sich durchaus, wobei die Wege im Dumontführer häufig eher als anspruchsvoller beschreiben werden als bei Rother. Der Führer aus dem Bruckmannverlag verzichtet auf Informationen zu den Anforderungen und gibt nur eine kurze Beschreibung der Wegbeschaffenheit.

Übernachtungsmöglichkeiten und öffentliche Verkehrsmittel:

Der Dumont- und der Rotherführer geben ausführliche Hinweise zur An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, während der Bruckmannführer lediglich darüber informiert, dass es solche Möglichkeiten gibt. Zu den Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in diesem Führer keine Angaben. Der Dumontführer informiert über die Orte, in denen man übernachten kann, wohingegen der Rotherführer konkret Übernachtungsmöglichkeiten benennt inklusive Telefonnummern und sortiert nach Preiskategorien (bis 50 €, bis 75 €, bis 100 €, bis 150 €, über 150 €).

Die Beschreibung der einzelnen Ertappen:

Während der Rotherverlag und der Bruckmannverlag den Eifelsteig in 15 identischen Etappen beschreiben, teilt der Dumontverlag den Weg auf 22 Etappen auf. Das dürfte ein Indiz dafür sein, dass er besonders eine Klientel im Auge hat, die mehr Zeit für kulturelle und historische Sehenswürdigkeit am Weg haben möchte. Das wird auch noch dadurch unterstrichen, dass in diesem Führer zahlreiche entsprechende Hinweise in die fortlaufende Wegbeschreibung integriert sind und detaillierte Informationen zu Öffnungszeiten etc. enthalten sind. In den beiden anderen Führern werden nur hin und wieder historische und kulturelle Informationen bzw. Tipps gegeben, die von der fortlaufenden Wegbeschreibung abgesetzt sind.

Vor dem Hintergrund, dass es sich bei dem Eifelsteig um einen gut gekennzeichneten Premiumwanderweg handelt, sind in allen drei Führern die Wegbeschreibungen m.E. viel zu detailliert.

Die Kartenausschnitte zu den einzelnen Etappen gibt es im Dumontführer im Maßstab 1:50000 bis 1:70000, im Rotherführer im Maßstab 1:75000 und im Bruckmannführer im Maßstab 1:100000 (auch vom Kartenbild her nicht als Ersatz für eine gute Wanderkarte geeignet). In jedem Fall sollte man die topografische Freizeitkarte zum Eifelsteig im Maßstab 1:50000 dabei haben.

V Fazit

Wer einem handlichen, informativen Wanderführer auf den Eifelsteig mitnehmen möchte sollte zu dem Führer aus dem Rothervelag greifen. Wer zudem möglichst viele historische und kulturelle Sehenswürdigkeiten am Weg besuchen und den Eifelsteig nicht unbedingt in einem „Rutsch“ absolvieren möchte, ist mit dem Führer aus dem Dumontverlag gut bedient. Der Führer aus dem Bruckmannverlag hat mich nicht so sehr überzeugt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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