Rezensionen

Schwäbische Alb

Erstellt am Montag, 01. August 2016
Geschrieben von Gerhard Wandel

Der Michael Müller Verlag ist bekannt für seine exzellenten Reisehandbücher über die Azoren, Samos, Norwegen, Andalusien, um nur einige zu nennen. Die Reisehandbücher beinhalteten auch jeweils einige Wandertipps in den Regionen. Der Verlag bringt nun auch spezielle Wanderführer in der gewohnten Qualität des Michael Müller Verlages heraus.

Im Wanderführer werden insgesamt 36 Rund- und Streckentouren auf der Schwäbischen Alb zwischen Tuttlingen und Nördlingen beschrieben. Vom Schwäbischen Canyon, der königlichen Burg, dem Märchenschloss Lichtenstein zur Region der zehn Eintausender ist alles vertreten. Weitwanderwege sind davon nicht umfasst, obwohl mindestens 10 Weitwanderwege durch die Region führen, oder die Wandertouren tangieren.

Jede Tourenbeschreibung enthält:

•  Kartenausschnitte mit GPS-Daten und Wegepunkten, die im Text beschrieben sind

•  eine graphische Übersicht über Länge, Gehzeit und zu bewältigende Höhenmeter

•  eine Schwierigkeitsbewertung

•  ein Höhenprofil

•  eine ausführliche Information betr. die Zufahrt zu den Anfangs- und Endpunkten

•  Einkehrmöglichkeiten, Gaststätten mit Telefonnummern und Öffnungszeiten.

Die Reise führt zurück in die Vergangenheit bis zu den Menschen, die in ihren Höhlen die ersten Kunstwerke der Menschheit hinterlassen haben. Unschwer zu erkennen ist, dass die Autorin von Beruf Geologin ist. Folglich enthält der Führer ausführliche Informationen zu den Besonderheiten des Karstgebirges Schwäbische Alb, insbesondere zu den Höhlen und Trockentälern. Aber auch die Tier- und Pflanzenwelt kommen nicht zu kurz.

Hinweise zu Ausrüstung, Verpflegung, Tourenplanung, Wetter, allgemeine Touristeninformationen und Wanderkarten dürfen nicht fehlen. Es ist der erste Wanderführer, der ausdrücklich anerkennt, dass in den Tälern vielfach keine Internetverbindung besteht und damit technische Hilfsmittel zur Orientierung nur eingeschränkt zu verwenden sind!

Zu den empfohlenen Wanderkarten des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg im Maßstab 1:50.000 (S. 28) ist anzumerken, dass diese durch landesweit flächendeckende neue Freizeitkarten im Maßstab 1:35.000 ersetzt werden. In diesen sind die Wegemarkierungspunkte gekennzeichnet. Wenn man weiterhin auf gedruckte Karten zugreifen will, wird man sich auf diese Karten umstellen müssen. Dass die anzutreffenden Markierungen nicht immer ausreichend oder sogar irreführend sind, erkennt man aus der Formulierung der Autorin: „…ein bunter Mix aus verschiedenen Markierungen…“. Die sich vielfach überlagernden Wegemarkierungen des Albvereins, touristischer Wege, wie die Traufgänge des Deutschen Wanderinstituts, des „Donau-Zollernalb-Weges“ oder des „Burgenweges“ führen nicht zu leichterer Wegefindung.

Die Autorin ist selbstverständlich auch Lokalpatriotin: Sie spricht von „noch einem Stück Erde zum Verlieben…“. Dem ist nichts hinzuzufügen, außer, dass beim Rezensenten Zweifel bestehen, ob die Autorin wirklich alle Einkehrmöglichkeiten und die dort aufgeführten Leckereien selbst getestet hat?

Der Führer ist für alle Wanderer uneingeschränkt zu empfehlen.

Forst, Bettina: Schwäbische Alb. 1. Auflage 2016, Michael Müller Verlag, ISBN 978-3-89953-983-7, 244 Seiten, Format 11,6 x 20,3 cm, € 14,90 [D]



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