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Berichte
Erstellt am Donnerstag, 27. Oktober 2016
Geschrieben von Friedhelm Arning

I Vorbemerkungen

 

Meine Frau und ich wollten gerne mal wieder eine Weitwanderung in den Alpen unternehmen. Da sie aber aufgrund eines Unfalls nicht mehr das gesamte Equipment für eine solche Tour auf dem Rücken durch die Berge tragen kann, kam, auch wenn es einem puristischen Verständnis des Weitwanderns widersprechen mag, nur eine Wanderung mit Gepäcktransport infrage. (Da wir in unserem Netzwerk ja auch alle nicht jünger werden, trau ich mich mal, über unsere Tour zu berichten, zumal die Lust am Weitwandern nicht geringer wird, auch wenn man körperlich nicht mehr so fit ist, sein gesamtes Gepäck im Rucksack ständig mit sich zu tragen – natürlich wohl dem, der das noch kann.)

 

In der Zeitschrift des Deutschen Alpenvereins fanden wir dann einen Artikel zum Kitzbüheler Alpenttrail, und nachdem wir noch ein wenig genauer im Internet recherchiert hatten, waren wir uns einig: Das probieren wir mal.

 

Das Gesamtangebot besteht aus 6 Etappen mit 7 Übernachtungen mit Halbpension in guten Mittelklassehotels (*** oder ****) und dem täglichen Gepäcktransport von einem Hotel zum nächsten, so dass man nur mit einem Tagesrucksack unterwegs ist. Man bekommt auch noch eine Wanderkarte, die allerdings wenig taugt, sowie eine Beschreibung mit Höhenprofil für jede einzelne Etappe, mit der der Weg problemlos zu finden ist. Er ist allerdings, mit einer Ausnahme, auch gut markiert.

 

Wir starten also am 28. August in Bremen und kommen, trotz Wochenend- und Ferienverkehr, problemlos am selben Tag bis Hopfgarten im Brixental, dem Ausgangspunkt der Wanderung. Das Auto können wir bis zum Ende der Wanderung in einer Tiefgarage direkt neben dem Hotel parken, allerdings ist nur die 1. Nacht kostenfrei.

 

Zum Abendessen werden wir mit einem viergängigen Galamenü verwöhnt – gut dass wir einen Tag früher als geplant anreisen mussten, gibt’s nämlich nur freitags. Als die Sonne langsam hinter den Bergen verschwindet und einen wolkenlosen in warmem Gelb oszillierenden Himmel zurücklässt, sind wir guter Dinge, dass morgen der erste Wandertag sehr schön werden wird.

II 1. Etappe: Hopfgarten – Kelchsau

 

Daten und Fakten:

Die Länge der Etappe beträgt 17,5 km. Bei 800 Höhenmetern im Aufstieg und 650 Höhenmetern im Abstieg kommt man auf eine reine Gehzeit von ca. 5 Stunden. Der höchste Punkt, der erreicht wird, liegt auf 1338 m. Die ersten 12 km führt der Weg mehr oder weniger stetig bergauf, die letzten gut 5 km geht es dann relativ steil wieder hinunter.

 

Als wir nach einem guten Frühstück losmarschieren, zeigt das Thermometer bereits über 20 ° und die Sonne strahlt von einem wolkenlosen Himmel. Glücklicherweise geht es zunächst einmal im Wald bergauf bis dann weite schattenlose Almwiesen zu queren sind, was uns schon mal ganz schön ins Schwitzen bringt.. Dann folgt eine wunderschöne schattige Passage auf einem Karrenweg das Schönbachtal hinauf, begleitet vom sanften Rauschen des Wassers.

 

Die Idylle ist aber bald zu Ende und wir kommen in eine traditionelle Kulturlandschaft  mit Wiesen, Feldern und alten Erbhöfen.

Der Nachteil für Wanderer ist allerdings, dass die nächsten 3 km auf Asphalt zurückzulegen sind, da die Höfe und Weiler mittlerweile natürlich alle an ein Straßennetz angeschlossen sind. Erst im Talschluss hinter Innerpenningberg geht die Straße wieder in einen Forstweg über, der dann allerdings die nächsten 1 ½ Stunden, zumeist in der prallen Sonne, bergauf führt. Wir sind daher froh, als wir die bewirtschaftete Haagalm erreichen und uns auf einer schattigen Terrasse bei Vesper und Schorle aus selbstgepresstem Apfelsaft und Quellwasser wieder erholen können.

 

Von der Alm steigt der Weg noch ein kurzes Stück an, bis der höchste Punkt der Etappe erreicht ist, und dann geht es auf breitem Schotterweg  z.T. ziemlich steil bergab bis zum Zielort Kelchsau. Im „Fuchswirt“ warten schon unser Gepäck und ein schöne schattiger Biergarten auf uns.

 

So geht unser erster Wandertag auf dem Kitzbüheler Alpentrail erholsam zu Ende, gekrönt von einem drei-Gänge-Menü, zubereitet und serviert von freundlichen Wirtsleuten, die es aus Tschechien hierher verschlagen hatte.

 

III 2. Etappe: Kelchsau – Steinberghaus

 

Daten und Fakten:

Diese Etappe ist 15,5 km lang. 10 km davon geht es bergauf, wobei 1200 Höhenmeter zu überwinden sind. Die restliche 5,5 km geht es insgesamt 1000 m wieder hinunter, also ziemlich steil. Der höchste Punkt ist der Gipfel des Lodron mit 1925 m. Die reine Gehzeit beträgt etwa 6 Stunden.

 

Auch die heutige Etappe verspricht wieder heiß und schweißtreibend zu werden. Da unterwegs keine Einkehrmöglichkeit besteht, empfiehlt es sich, ausreichend Trinkbares mitzunehmen.

 

Aus Kelchsau heraus müssen die ersten 2 km stetig aufwärts auf Asphalt zurückgelegt werden. Dann wird es schon alpiner. Die nächsten 300 Höhenmeter sind ziemlich in der Direttissima auf einem schmalen Steig durch Wald und Kahlschlag zu bewältigen. Danach wird es wieder kommoder und auf einem Forstweg, mal im Waldschatten, mal der prallen Sonne ausgesetzt, gelangen wir an einigen Almhöfen vorbei stetig weiter aufwärts. Unsere Wasservorräte gehen schon langsam zur Neige aber glücklicherweise treffen wir auf eine Almhütte, die eine Gruppe Rosenheimer gepachtet hat, die uns mit frischem Quellwasser versorgen.

 

Den bequemen Forstweg müssen wir bald darauf verlassen und steil über Almwiesen auf manchmal nur schwer erkennbarem Pfad zum Lodronjoch hinaufsteigen. Von dort ist ein Abstecher auf den Gipfel des Lodron, dem höchsten Punkt der heutigen Etappe, Pflicht.

 

Der Lodron ist nämlich ein prächtiger Aussichtsberg, erlaubt er doch ein 360°-Rundumpanorama. Der Blick schweift ungehindert vom Wilden Kaiser über die Lofener Steinberge und den Großglockner bis zu den Gletschern der Zillertaler Alpen. Hier wird erst mal ausgiebig Rast gemacht. Da der Lodron so allein steht, ist er wohl auch gut geeignet zum Drachenfliegen. Eine ganze Gruppe von Drachenfliegern ist ebenfalls dort oben, bereitet ihre Fluggeräte vor und schwingt sich dann von seinem Gipfel zu Tal.

 

Wir müssen zu Fuß wieder hinunter und das meist ziemlich steil. Der Steig führt immer wieder und manchmal nur schwer erkennbar über sumpfige und zertretene Kuhwiesen, was eine ganze Menge Konzentration kostet. Einmal verfehlen wir auch den richtigen Steig und landen schließlich in totalem Matsch. Da hilft eben nur Umkehren. Nach einem letzten Steilabstieg durch ein Waldstück sind wir dann froh, das Steinberghaus erreicht zu haben und erst mal unsere trockenen Kehlen anfeuchten zu können.

 

Die Küche des Steinberghauses legt besonders viel Wert auf die Verarbeitung regionaler und ökologischer Produkte wie dem Almschwein, und von entsprechend hervorragender Qualität ist dann auch das Abendessen. So geht auf angenehmste Weise eine wunderbare Tour zu Ende, die uns, im Gegensatz zum Vortag, das Gefühl gegeben hat, auf einem Alpentrail unterwegs zu sein.

 

IV 3. Etappe: Steinberghaus – Aschau

 

Daten und Fakten:

Diese dritte Etappe ist eine sehr ausgewogene Etappe. Sie startet auf 800 m Meereshöhe und kommt auf 800 m an. Es geht gut 1000 Höhenmeter bergauf und ebenso 1000 Höhenmeter wieder bergab. Der höchste Punkt mit 1829 m wird nach 9,5 km erreicht, das entspricht exakt der Hälfte der Gesamtstreckenlänge. Die reine Gehzeit beträgt ca. 6,5 Stunden.

 

Wieder zeigt sich das Wetter den ganzen Tag über von seiner besten Seite. Wir starten zunächst 1 km auf Asphalt ins Tal der Windauer Ache hinein. Dann geht es auf einem Forstweg mäßig steil aber stetig in vielen Kehren 600 Höhenmeter hinauf bis zur Scheibenschlag Niederalm, einer große bewirtschafteten Alm, auf der die Milch auch noch direkt verarbeitet wird. Es ist aber hier so, wie auf anderen Almen auch schon beobachtet: Das Milchvieh steht im Stall und nur das Jungvieh grast ringsherum auf den Weiden.

 

Wir machen hier eine kurze Pause und füllen unsere Wasservorräte noch einmal mit frischem Quellwasser auf. Das tut auch Not, denn die nächsten 400 Höhenmeter geht es ständig sehr steil bergauf, immer der Mittagssonne ausgesetzt, zunächst noch auf einem ruppigen Karrenweg und dann direktemang über Wiesen und durch Almrosen bis zur Hinterkarscharte, dem höchsten Punkt unserer heutigen Tour. Hier haben sich schon etliche Wanderer zur Mittagsrast niedergelassen und wir gesellen uns dazu. Die Aussicht ist lohnenswert. In der Ferne ragen die Eisriesen der Hohen Tauern empor.

Ein angenehmer Wind lässt die Hitze erträglich erscheinen, aber wie intensiv die Sonneneinstrahlung war, kann man am Abend im Hotel unter der Dusche deutlich erkennen.

 

Von der Scharte geht es an einem kleinen Hochmoor vorbei noch einmal kurz sehr steil hinunter, bis man wieder Almgelände erreicht und von nun an sehr gemütlich und abwechslungsreich auf gutem Steig bis zur Labalm absteigt. Nomen est Omen: Hier laben wir uns an Kaffee und Pflaumenkuchen, bevor wir ins Tal der Aschauer Ache hinunterlaufen, der wir dann, immer entlang einer Straße aber zumeist auf einem parallel geführten nicht asphaltierten Weg, flussabwärts folgen. Kurz vor unserem Zielort Aschau überrascht uns die Ache noch mit einem respektablen Wasserfall, der von einer extra dafür angelegten Hängebrücke aus zu bewundern ist.

 

Am späten Nachmittag erreichen wir dann unser Quartier und können erneut auf einen wunderschönen und abwechslungsreichen Wandertag zurückblicken.

 

V 4. Etappe: Aschau – Kitzbühel

 

Daten und Fakten:

So proportional die dritte Etappe war, so disproportional ist die vierte. Die 1000 Höhenmeter Anstieg müssen auf den ersten 5 km bewältigt werden, während für die 1250 m Abstieg die restlichen annähernd 12 km zur Verfügung stehen. Den höchsten Punkt dieser Etappe erreicht man mit 1938 m auf dem Pengelstein. Die Gesamtgehzeit beträgt etwa 6,5 Stunden.

 

Als wir in Aschau loslaufen, ist es schon wieder recht warm. Der schmale Pfad beginnt nahezu direkt in der Ortsmitte steil anzusteigen und das wird auch die nächsten gut drei Stunden so bleiben, ohne dass einem der Weg eine Verschnaufpause gönnt. Es geht stetig durch Wald und Almgelände steil bergauf, immer mal wieder mit sumpfigen Abschnitten garniert.

 

Da auf dem Pengelstein eine Restauration besteht, kann der Wasservorrat genau eingeteilt werden: Die Hälfte nach einer Stunde, die andere Hälfte nach einer weiteren Stunde und dann die dritte Stunde hinauf zum Pengelstein. So der grobe Plan.

Nach zwei Stunden machen wir Rast bei der Kleinmoosalm, leeren weitgehend unseren Wasservorrat und stiefeln dann hinauf zur Schwarzkogelscharte. Hier eröffnet sich ein wunderbarer Ausblick auf die Hohen Tauern mit Großglockner und Großvenediger. Das muss fotografisch festgehalten werden, aber, o Schreck, an der Stelle, an der der Fotoapparat hängen sollte, ist…nichts. Der Apparat ist auf der Kleinmoosalm liegengeblieben. Also muss ich den Weg noch einmal hinunter und wieder hinauf – diesmal aber mit Fotoapparat. Trinkbares ist allerdings, dank der exakten Einteilung, so gut wie nichts mehr vorhanden. Also mit ausgedörrter Kehle noch mal zusammenreißen und rauf auf den Gipfel des Pengelstein, wo dann auf einer Terrasse mit grandioser Aussicht anständig wieder nachgetankt werden kann.

Am Pengelstein beginnt dann das Kitzbüheler Skigebiet und der landschaftliche Reiz sinkt rapide. Zu allem Überfluss ist das Gebiet zwischen dem Gipfel des Pengelsteins und dem Berggasthof Hochbrunn auch noch eine einzige Baustelle, werden doch noch ein weiteres Skigebiet erschlossen und Speicherbecken für das von den Schneekanonen benötigte Wasser angelegt. Riesige LKW rasen im Minutentakt den mittlerweile planierten „Wanderweg“ hinauf und hinunter, so dass man immer wieder eng an die Seite gedrängt wird. Dieser Wegabschnitt ist als Teil des KATWalk völlig indiskutabel.

 

Der Rest des Weges verläuft dann bis zur Bergstation der Hahnenkammbahn ebenfalls durch reines Skigebiet gibt aber wenigstens noch einen sehr schönen Blick auf das Kitzbüheler Horn frei. Einen zweistündigen Abstieg entlang der Skipiste ersparen wir uns und schweben mit der Seilbahn an der berühmt-berüchtigten Streif entlang nach Kitzbühel hinunter. Unterbringung und Abendessen in Kitzbühel sind wieder erstklassig.

 

VI 5. Etappe: Kitzbühel – St. Johann (Tirol)

 

Daten und Fakten:

Auch wenn wir diese Etappe nicht wie vorgesehen absolviert haben – doch dazu später mehr – könnten die Daten und Fakten für diejenigen, die diese Wanderung auch einmal machen möchten, doch von Interesse sein.

Auf einer Gesamtstreckenlänge von 17 km sind 1250 Höhenmeter im Aufstieg und 1300 Höhenmeter im Abstieg zu bewältigen. Der höchste Punkt ist mit ca. 2000 m der Gipfel des Kitzbüheler Horns. Die reine Gehzeit ist mit etwa 6,5 Stunden angegeben.

 

Diese Etappe sollte eigentlich die Königsetappe werden mit dem Aufstieg aufs Kitzbüheler Horn, einer grandiosen Aussicht in alle Himmelsrichtungen und einem spektakulären Abstieg auf versichertem Steig an der Nordwestseite des Kitzbüheler Horns. Aber, wie so oft bei Königsetappen, macht das Wetter einen dicken Strich durch die Rechnung. Schon am Vorabend war es umgeschlagen. Heftige Regengüsse und Gewitter gingen hernieder, auch noch die ganze Nacht hindurch. Als wir dann am Morgen los wollen, regnet es immer noch Bindfäden aus düsteren Wolken, die bis auf die Dächer hängen. Von den Bergen und insbesondere dem Kitzbüheler Horn ist nichts zu sehen; d.h., die grandiose Aussicht in alle Himmelsrichtungen würde sich auf einen Kreis mit einem Radius von maximal 1 m reduzieren.

 

Angesichts dieser Situation disponieren wir um und machen uns erst einmal im Tal auf dem Römerweg in Richtung St.Johann auf.

Aber irgendwie ist das unbefriedigend und der Wandertag wäre auf diesem Weg binnen Kurzem auch schon beendet. Als der Regen dann tatsächlich eine Pause einlegt, entschließen wir uns, doch noch wieder zum KATWalk aufzusteigen, um wenigstens noch einen Teil der vorgesehenen Route, wenn auch ohne das Highlight Kitzbüheler Horn, wandernd zu erfahren. Bei der nächsten Gelegenheit verlassen wir daher den Römerweg und steigen zur Stanglalm auf, allerdings zunächst einmal auf asphaltierter Straße. Da aber wieder leichter Regen einsetzt, ist das ausnahmsweise mal ganz angenehm.

 

Nach einem etwa zweistündigen Aufstieg erreiche wir dann wieder den KATWalk und folgen diesem wie vorgesehen bis St.Johann. Die Sicht reicht auch weiterhin allerdings nur ein wenig ins Tal hinunter. Unser Mitgefühl ist daher einer Gruppe von Wanderern sicher, die eine geführte Tagestour gebucht haben und nun durchnässt in Nebel und Regen weiter in Richtung Kitzbüheler Horn müssen. Wir laufen auf bequemem Weg zur Bassgeigenalm – ein Instrument gleichen Namens hängt im Gastraum unter der Decke – und trocknen und wärmen uns erst mal bei Frittatensuppe und Zirbenschnaps.

 

Der weitere Weg verläuft zunächst bequem auf gleichbleibender Höhe, bis es dann noch eine Stunde extrem steil durch den Wald hinunter nach St. Johann geht. Mittlerweile hat der Himmel wieder alle Schleusen geöffnet und der Weg wird gefährlich glatt und rutschig, so dass wir froh sind, als wir durchnässt aber ohne Sturz und Blessuren im Hotel ankommen. Eine freundliche Dame am Empfang nimmt sich gleich unserer nassen Klamotten und Schuhe an und deponiert sie im Heizungskeller, so dass sie morgen hoffentlich wieder trocken sind. Bei einem guten Abendessen und einigen Gläsern Wein sind wir uns einig, dass auch ein solcher Tag zu einer Weitwanderung dazu gehört.

 

VII 6. Etappe: St. Johann (Tirol) – Fieberbrunn

 

Daten und Fakten:

Diese letzte Etappe des KATWalk ist mit 21,5 km die längste und erfordert mit ca. 7 Stunden auch die meiste Gehzeit. Es sind 1200 Höhenmeter bergauf und 1000 Höhenmeter bergab zu bewältigen. An der höchsten Stelle werden 1550 m erreicht. Das Höhenprofil dieser Etappe unterscheidet sich von allen vorhergehenden. Ging es bisher immer direkt hinauf bis zum höchsten Punkt und dann direkt auch wieder hinunter bis zum Ziel, so beginnt diese Etappe mit einem 3 km langen Abschnitt im Tal, steigt dann relativ steil auf 1500 m an, verläuft dann wieder bergab, um schließlich erneut bis zum höchsten Punkt anzusteigen. Sie verbleibt dann eine Weile auf dieser Höhe und führt zum Schluss steil ins Pillersee-Tal hinunter.

 

Der erste Blick am Morgen aus dem Fenster verheißt zunächst nichts Gutes: Tiefhängendes Gewölk und leichter Nieselregen. Aber die letzte Etappe wollen wir wie vorgesehen durchziehen. Als wir aufbrechen hat der Regen aufgehört und das wird auch, trotz immer wieder drohenden Wolkengeschiebes, den ganzen Tag über so bleiben.

 

Zunächst geht es uninteressant an einem stark regulierten Fluss entlang bis zu einem kleinen Weiler, der von mächtigen Unterinntaler Bauernhöfen geprägt ist. Von hier führt der Weg steil hinauf bis auf zunächst 1100 m. Geologisch wandern wir auf einer mächtigen Kalksteinformation, wie an einigen Abbrüchen sehr gut zu erkennen ist. Sogar ein ganzes Almgebiet, das wir durchqueren, heißt Kalksteinalm. Danach steigt der Pfad durch Latschenkiefern- und Weidegelände, im Nebel manchmal nur schwer erkennbar, bis zum höchsten Punkt an und führt dann durch ein Waldstück zur Winterstelleralm hinunter. Kalkstein in Kombination mit glitschigen Baumwurzeln erfordern besondere Konzentration, um nicht auszugleiten.

 

Ein besonderes Erlebnis auf dieser Etappe sind die ständig wechselnden Wolkenformationen und  Lichtverhältnisse.

Mal wandern wir in der Sonne, dann ziehen blitzschnell weiße Nebelwolken aus dem Tal herauf und hüllen alles in milchig-diffuses Licht, um kurz darauf schweren dunklen Wolken Platz zu machen, hinter denen wieder kurzzeitig die Sonne hervorkommt.

 

Auf der Winterstelleralm ist Zeit für Kaffee und Kuchen, zumal die ersten Tropfen fallen. Zwar hört es bald wieder auf zu regnen, aber wir entscheiden uns angesichts des drohenden Gewölks dann doch für die etwas kürzere Variante mit dem Abstieg nach St. Ulrich am Pillersee und von dort einer 15-minütigen Busfahrt zum Zielort Fieberbrunn. Eine weise Entscheidung, denn als wir auf den Eingang unseres Hotels zustreben setzt heftiger Regen ein, der auch den ganzen Abend über anhält.

 

So ist dann auch die letzte Etappe bei eigentlich idealem Wanderwetter zuendegegangen und wir können bei einem ausgezeichneten Abendessen eine rundum positive Bilanz unserer Wanderwoche mit leichtem Gepäck ziehen



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