10. Etappe: von Srebrna Gora nach Bardo

Erstellt am Mittwoch, 11. Juni 2014
Geschrieben von Katharina Wegelt

 

Mit einer Schlitterpartie beginnt unsere heutige Tour - noch immer durch den Landschaftspark Eulengebirge. Wanderkarte und Höhenprofil zeigen einen moderaten Abschnitt an, aber Klärchen lässt uns schon vorm Start kräftig schwitzen. Die Etappe ist Wegemäßig sehr abwechslungsreich: Wald-, Wiesen-, Feld- und Hohlwege wechseln sich ab - mal mit und mal ohne Aussicht.

 

 

 

Länge: 19 km, Aufstieg: 491 m, Abstieg: 827 m
Max. Höhe: 631 m, Min. Höhe: 276 m


 Wanderkarte: ExpressMap, Ziemia Klodzka, 1: 60.000, ISBN 978-83-88112-94-2, www.e-map.pl

Der Tag beginnt mit einem schönen Frühstück, draußem lacht Klärchen ... wir schwitzen schon beim Hinsehen. Wir nehmen Abschied von der schönen Villa Hubertus und der netten Mannschaft ... und auf geht es - zunächst weniger 100 Meter zurück und schon ist das nächste Ziel erreicht: Fort Ostrog, es gehört zur Festung Silberberg. Das Fort öffnet erst 10 Uhr, hinterm Zaun erklärt uns ein freundlicher Pole, wir mögen solange warten. Hm? Und außerdem - wo ist unser Weg - das Fort ist am Ende einer Sackgasse. Wir wenden unsere Wanderkarte mehrmals und wollen gerade weiterziehen ... da wird die Anlage für uns geöffnet. Fluch und Segen zugleich. Denn der "Herr" von Ostrog hat uns nun voll in seinen Händen ... und er ist begeistert von der Anlage. Wir müssen alles sehen, auch die Sammelsorium-Ausstellungen. Sie sind mit Herz zusammengetragen - aber Militärzeugs aus dem 2. Weltkrieg interessiert uns Null. Dann gibt es noch die Märchen-, Sagen- und Grusel-Ausstellung. "Herr Ostrog" fährt jetzt voll ab. Wir haben viel zu lachen :-). Demnächst gibt es hier dann auch noch eine Folter-Abteilung ... wir sehen die Anfänge. Das wird hart!

Ein Anruf rettet uns. "Herr Ostrog" ist nun anderweitig beschäftigt und wir ziehen rasch von dannen. In der Kurve zwischen Fort und Straße ist bei genauem Hinsehen auch der Wanderweg zu finden. Wir hirschen durchs Gebüsch, dann geht es mehrmals sehr schlitterig bergab. Dabei führt der Weg auch am alten Viadukt vorbei. Er dient heute nur noch für einen Wanderweg. Unterhalb gibt es mehrere Bänke ... Der Platz scheint beliebt zu sein.

Über eine hübsche Wiese geht es hinab nach Zdanow, von hier folgt der Weg etwa 2km der Straße. Es bleibt aber der einzige Asphalt-Abschnitt des Tages. Juchu. Wo es von der Straße abgeht - wieder in den Wald, gibt es einen Wanderparkplatz. Er sieht gemütlich aus. Also eine kurze Pause in der Mittagshitze. Die Jungs sehen geschafft aus. Die Pause tut wie immer gut - und es guit, sie gemacht zu haben, dann nun geht es wieder mal aufwärts ... laut Karte zu einer Aussicht. Aber die ist derzeit "aus".

Bis nach Bardo schlängelt sich der Weg nun ohnen nennenswerte Höhepunkte, so jedoch auf wunderbaren Wegen - und wie (leider) immer völlig einsam durch die Landschaft.

Schlesiens bekanntester Marien-Wallfahrtsort Bardo ist etwas traurig. Zwar sind Wanderwege und Sehenswürdigkeiten wunderbar markiert und beschrieben (wobei viele der mindesten 30 Kapellen als Wegweiser herhalten müssen), aber die kleine Ortschaft hat tüchtig zu kämpfen. Vom einstigen Glanz ist nur wenig geblieben - erinnern tun aber viele Bauten, wie die wunderschöne Brücke aus dem 16. Jh. daran. Das Hotel im Ort ist noch nicht lange, aber dennoch geschlossen, ein zweites halten wir zunächst für ein Altenheim. Hier ist alles voll ... Kurzentschlossen nehmen wir den Zug nach Klodzko - nach 10 min sind wir da. Die Stadt ist das krasse Gegenteil von Bardo und überrascht uns rundherum. Ein paar der Klodzkower Touristen täten Bardo gut!

Wir kommen im Zentrum in einem einfachen Hostel unter und genießen die geschichtsträchtige Stadt, deren Burg alles dominiert. Die Gottesdienste in der Wallfahrtskirche sind häufig und sehr gut besucht. Während der Messe bleiben die Türen geöffnet ... Wer sich nicht hinein traut, kann dennoch dabei sein. Wunderbar!

 

 

 

Hostel in Klodzko

 

19 km, 07:11:21

 



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