Von Wittlich nach Minheim 18,7 km

Erstellt am Dienstag, 03. August 2010
Geschrieben von Friedmar Erfurt

Dienstag, 22. Juni 2010

Heute machen wir alles mal ganz anders als geplant! Und warum? Weil wir nicht, wie ursprünglich vorgesehen, noch bis Freitag in Minheim bleiben können, sondern bereits am Mittwoch nach Chemnitz zurück müssen. Ein dringender Handwerkertermin steht dahinter.

Darum haben wir beschlossen, heute mit dem Bus bis zu dem weit außerhalb von Wittlich, im Ortsteil Wengerohr, gelegenen Hauptbahnhof zu fahren, unsere Fahrkarten für morgen zu kaufen und “auf Sicht” nach Minheim zu laufen. Und wie nebenstehendes Bild zeigt, ist das ja alles auch gar nicht so schwer – wir müssen auf jeden Fall hinter den in der Mitte aufragenden Berg gelangen. Den entsprechenden Kartenausschnitt habe ich ja auf dem GPS-System. Und so kann es losgehen.

Über Wahlholz kommen wir nach Platten, wobei wir die Autobahnbaustelle ganz zünftig queren, nämlich durch eine der bereits fertig gestellten Unterführungen. (Es gibt eigentlich gar nichts zu queren oder unten durch zu gehen. Die Trasse muss erst noch aufgetürmt werden. Aber man ist halt ein ordentlicher Mensch…)

In Platten queren wir ein letztes Mal die Lieser. Beim jenseitigen Anstieg schauen wir noch einmal zurück ins Liesertal. Ade – es war schön hier!

Ein kurzes Stück gehen wir Straße, dann folgen wir einem Feldweg und dann – ja dann sind wir auf den Wegen in den Weinbergen! Diese hier gehören zum Dorf Osann, in dessen Kirche wir etwas verschnaufen. Denn es ist ganz schön heiß geworden. Und so tut uns die Kühle in der Kirche gut.

Osann bildet gemeinsam mit dem benachbarten Monzel die Gemeinde Osann-Monzel. (Wie Armin Müller mit Stahl einen Schauspieler ergibt ;-) )

Und in Monzel erleben wir dann einige Vorgärten, die uns mit ihrer Blumenpracht begeistern. Allerdings sind wir froh, nicht dafür zuständig zu sein. Vorbei laufen und sich freuen ist eben einfacher als pflanzen, jäten und gießen…

Wir haben eh genug zu tun. Jetzt ist er nämlich da, jener Berg, den wir heute früh von weitem gesehen haben. Es ist der Monzeller Hüttenkopf. Vorbei an den Weinstöcken geht es, immer höher, bis wir oben von einer Wiese aus zum ersten Mal unter uns die Mosel erblicken.

Was dann folgt, ist ein kurzes Horror-Szenario! Laut Karte müsste ca. 100 Meter jenseits des oberen Wiesenrandes ein Weg verlaufen. Der verläuft auch da. Und dazwischen liegt eine kleine Schonung, links davon ein Wald, dessen Rand aber dicht mit Büschen gesäumt ist. Also hindurch durch die Schonung, zumal eine Spur hinein führt. Aber wir landen in einem derartigen Brombeer-Dornen-Gestrüpp, das uns der Spaß vergeht und wir uns doch zum Wald hin durchschlagen. “Hätten wir doch gleich machen können” tönt es als Kommentar hinter mir. Ja, wenn…

Kurze Zeit später haben wir auch den “originalen” Wanderweg erreicht, der in meinem GPS-System eingetragen ist. Der Witz ist, dass der dann irgendwo in einem nur noch schwer als Weg zu erkennenden, von Wildschweinen durchwühlten Hang endet. Aber von der generellen Anordnung her könnte das vor dreißig Jahren schon mal ein Waldweg gewesen sein. Sic transit gloria mundi…

Aber auch der schlechteste Weg hat ein Ende. Und kurz vor 14 Uhr sitzen wir auf einer Bank mit herrlichem Moselblick und vespern. Unter uns liegt auf der anderen Moselseite Wintrich. Jetzt kennen wir uns aus. Und so wird der Rest des Weges zu einem genüsslichen Spaziergang durch die Weinberge oberhalb von Minheim. Auf der Höhe haben wir den Blick hinüber nach Piesport.

An der kleinen Pestkapelle kommen wir vorbei, nehmen Platz am Aussichtspunkt gegenüber Piesport. Und dann kommt uns ein Auto entgegen. Lachen und eine herzliche Begrüßung – es ist Frau Schmitt, unsere Wirtin. “Ich habe Ihnen einen Sommerwein hingestellt, lassen Sie sich es schmecken!” Und weiter fährt sie, zur Arbeit in den Weinberg.

“Zuhause” geht es rasch unter die Dusche. Dann probieren wir den Wein. Mit einem Bummel durch den Ort frischen wir alte Erinnerungen auf.



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