Von Daun nach Manderscheid 22,9 km

Erstellt am Montag, 02. August 2010
Geschrieben von Friedmar Erfurt

Sonntag, 20. Juni 2010

Sonntag ist es heute, aber ein sehr kühler. Das soll uns recht sein. So ist es allemal besser als zu warm.

Uns erwartet wieder ein sehr gutes Frühstück. “Möchten Sie ein Eichen?” fragt schmeichelnd die Wirtin. “Na, ja, weil Sonntag ist!” Und so lassen wir uns das pflaumenweich gekochte Ei schmecken. Wir bedanken uns beim Abschied vom “Berghof” – hier war es außerordentlich angenehm.

Steil geht der Weg hinauf zum Gemündener Maar und noch steiler zu dessen Rand. Unten am Maar erinnert eine Gedenktafel an eine Geburtstagsfeier im Jahre 1847: “Hier feierte Helmuth von Moltke seinen Geburtstag.” Was es nicht alles gibt…

Oben am Kraterrand bietet ein Aussichtsturm wieder einmal einen weiten Blick. Aus der Ferne grüßt der Nerother Kopf herüber.

Dann geht es ein Stück eben hin. Ein anderer Wanderer stellt voll Freude fest, dass er den gleichen Rucksack wie Monika habe. “Das sind die besten der Welt!” Und fügt ein vielsagendes Schmunzeln hinzu.

Da sind wir auch schon angekommen an einer Absperrung – steil geht es hinab zum Weinfelder Maar, dem Totenmaar.

Eine Schautafel an der kleinen Kirche am Friedhof klärt uns auf, wieso das Weinfelder Maar den Namen Totenmaar hat. Als das Dorf infolge der Pest im 16. Jahrhundert aufgegeben wurde, begruben die Leute weiter ihre Toten hierauf dem Friedhof bei dem kleinen Kirchlein. Heute nutzt es die Gemeinde Schalkenmehren.

Wir steigen hoch zum südöstlichen Rand des Maares und schauen hinab zum Schalkenmehrener Maar, dem dritten Maar im Bunde. Es hat am wenigsten vom Charakter eines Vulkansees in der Eifel, mit dem angrenzenden Dorf samt Schwimmbad könnte man sich auch an einem anderen Plätzchen in Deutschland fühlen. Dafür erläutert noch einmal eine ausführliche Schautafel den Unterschied zwischen Vulkankegel und Maar sowie deren Entstehung. Überhaupt macht Schalkenmehren mit seinen hübschen Häusern den Eindruck, dass man hier auf gut organisierten Tourismus Wert legt.

Wieder geht es bergwärts. Doch wir wissen: dieser Anstieg führt hinauf zum Talrand und dann hinunter ins Tal der Lieser. Und dann geht es – zumindest theoretisch – ständig am Flusse entlang Berg ein.

Noch einmal haben wir einen schönen Blick zurück nach Schalkenmehren.

Vor Trittscheid begegnet uns eine echte Rarität: ein Fischteich mit Klo! Die Mitglieder des Anglervereins belagern den kleinen Teich regelrecht – ob sich hier noch ein Fischlein halten kann? Aber fürs kleine und große Geschäft ist alles vorhanden, alles sehr sauber, sogar Seife ist vorhanden. Es geschehen eben doch noch Zeichen und Wunder…

Anschließend geht es weiter durch den Wald. Ein schöner Blick auf Trittscheid tut sich auf. Vermutlich kommen von hierher die so fürsorglichen Angler. Ja, wenn man aus solch einem schmucken Dörfchen kommt, erklärt sich manches!

Wir müssen noch ein paar steile Serpentinen hinunter, dann haben wir die Lieser erreicht. Nun geht es immer die Lieser entlang. Hinter einem großen Holzstapel versteckt finden wir einen Platz zum Vespern. Komisch, wir haben richtig gehend Hunger.

Allmählich bietet die Lieser ein völlig anderes Bild: vom sanften Wiesengrund über einen gewundenen Fluss mit Fichten bestandenen Hängen (viele Pilze am Wegesrand!) wandelt sie sich bis zum tief eingesägten Tal vor Manderscheid – die Reste des Vulkanismus sind hier zu merken. Denn wir haben uns vorher kundig gemacht – unser Etappenziel Manderscheid läge auf dem Lavastrom eines ehemaligen Vulkans.

Wir überlegen, ob sich ein Abstecher zur Burgruine Geißenburg lohne. Da fällt uns eine Schmiererei auf dem Wegweiser auf: “Lohnt nicht. Nix zu sehen.” Das riecht nach dem Wutschrei eines Enttäuschten. Ergo lassen wir diese Höhe links liegen. Und siehe da: da taucht auch schon in der Ferne der Turm der Ruine Oberburg von Manderscheid auf.

Es ist zwar noch eine ganze Strecke bis zum Ortseingangsschild. Doch davor noch, als erstes Haus finden wir – unser Hotel “Burgblick”. Es ist kurz vor 16 Uhr. So bleibt uns wieder Zeit für einen kurzen Bummel durch die kleine Stadt.

Vom talseitigen Rand des Friedhofes haben wir noch einen Blick hinunter zu den zwei Burgruinen von Manderscheid, der Ober- und der Niederburg. Uns wird es kühl, obwohl wir eigentlich warm genug angezogen sind. Tja, wir haben den 20. Juni – morgen ist Sommersanfang.

Beim Rückweg aus der Stadt haben wir einen schönen Blick auf unser Hotel.

Dort wird uns Kassler mit Sauerkraut zum Abendessen angeboten. So etwas Deftiges kommt uns heute gerade recht. Und ein Grog wegen der Kälte – fast wie im Vorjahr, wo wir auch den Sommersanfang mit diesem Getränk begrüßten.



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