31. Etappe von Neuhaus am Rennweg nach Neustadt

Erstellt am Dienstag, 17. November 2015
Geschrieben von Katharina Wegelt

31. Etappe mit Hans von Neuhaus an Rennweg nach Neustadt

28 km

Ab heute heißt es nun „Gut brunst“, denn die letzten Etappen bis nach Eisenach verläuft der EB auf dem Rennsteig. Wir starten bei „leichter Sicht“ und „wohligen“ 4 bis 6 Grad im Nieselregen. Es wird der Tag der Hohlwege. Spannend!

Zunächst aber führt der Weg von der JH zurück ins Zentrum durchs „rote Viertel“ mit Thälmann-, Liebknecht- und Leninstraße (um nur einige zu nennen ☺ Schön, dass nicht überall die Str umbenannt werden!).

Bevor wir starten, hole ich in der Tourist-Info den Schlüssel für die spätgotische Holzkirche, erbaut 1892. Es ist beeindruckend, sie allein erleben zu dürfen. Es ist so fürchterlich kalt, auch in der Kirche, so dass wir „rauchen“. Wo bleibt der goldene Herbst ☹?

Bis Limbach bleibt der Weg zunächst in Sichtweite der Landstraße 281. In Limbach gab es bis vor kurzem eine Tourist-Info. Leider hat sie geschlossen, das hübsche Haus steht leer. Einen Stempel bekommen wir hier also nicht mehr.

Es geht bergan und der Nebel lichtet sich kurzzeitig. Ach, was muss es hier schön sein. Übrigens: Hier am Rennsteig heißt der Nebel „Atem der Hirsche“.

Von Grenzstein zu Grenzstein, einer hübscher als der andere, geht es nun den mit einem großen R „verlaufssicher“ gekennzeichneten Rennsteig entlang, das blaue Kreuz wird seltener. Trotz des zu frühen Wintereinbruchs treffen wir nun ab und an auf Wanderer – ausschließlich kommen sie uns entgegen. Den Rennsteig läuft man eben von Hörschel (bei Eisenach) nach Blankenstein.

Laut wiki sollen entlang des Rennsteigs rund 1300 dieser historischen Grenzsteine stehen. Denn seit dem 16. Jahrhundert ist der Rennsteig, der überwiegend ein Grenzweg war, mit diesen politischen Hoheitszeichen markiert worden.

Beeindruckend wie bemerkenswert: die Dreiherrensteine, von deren 13 zehn direkt am Rennsteig liegen. Dieser hier, der Dreiherrenstein am Saarzipfel, ist von 1733 und markierte einst die Grenzen zwischen den Herzogtümern Sachsen-Meiningen und Sachsen-Hildburghausen sowie des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt.

Und gleich daneben: der Dreistromstein. Der dreiseitige Obelisk kennzeichnet seit 1906 den Wasserscheidepunkt von Elbe/Saale, Rhein und Weser.

Von hier gelangt man direkt zur Friedrichshöhe. Malerisch und verlockend für eine Pause – aber wir ziehen weiter (natürlich nicht, ohne in der Pension „Arnika“ den Stempel geholt zu haben) – über den Schweinsberg zur Eisfelder Ausspanne, wo früher die Kutscher der schweren Fuhrwerke auf ihrem beschwerlichen Weg über den Rennsteig ihre Pferde ausgespannt und den Tieren eine Pause gegönnt haben.

Wir gönnen uns eine Pause in der gemütlichen Rennsteigbaude, wo ich auch meinen Stempel bekomme. Eine deftige Erbsensuppe wärmt uns auf. Vom Aussichtsturm haben wir, na was, natürlich keine Aussicht. Dann geht es weiter an Masserberg vorbei, eine kurze Zeit außerhalb des Waldes und ohne Hohlwege und bizarre Baumformen, bis wir durch einen Waldabschnitt durch den Schleusemgrund die gut ausgebaute Landstraße 2649 erreichen. Hier am Waldrand liegt die Triniusbaude, die sehr einladend wirkt – und aufladend. Denn an einem Baum gibt es als „Servicestation für Wanderer“ ein Steckdose ☺.

Nun geht es direkt an der Landstraße, die zum Glück wenig Verkehr hat) bis Neustadt. Laßmannstein (in Erinnerung an die Ermordung des gleichnamigen Försters) und Teufelsbuche, an der einst Wegezoll verlangt wurde, verkürzen diese etwa 5 Kilometer. In Kahlert holen wir uns noch rasch eine Flasche Wein. Ich trage sie gern bis zu unserer Pension. Wir sind geschafft und wollen nur noch eines: nach einer guten Dusche mit einem Gläschen Wein ins Bett. Und genau das machen wir auch und mumpeln dazu unsere Hasenbrote.

 

Pension "Schöne Aussicht"
Christine Beetz
Rennsteigstraße 45 98701
Neustadt am Rennsteig
Telefon: 03 67 81 / 2 88 25
Telefax: 03 67 81 / 2 46 30



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